Pressebericht

 

 

 

Was trägt? - Resilienz in turbulenten Zeiten

 

 

 

 

 

Der Initiativkreis „Montagsgespräche zum Gesellschaftlichen Wandel“ hatte am 11. Oktober zu einem Impulsvortrag in den Ausstellungsraum der Thurnauer Schreinerei Bartels eingeladen. Anke Jentsch, welche als Biologin in den Geowissenschaften an der Universität Bayreuth zu den Auswirkungen extremer Wetterereignisse forscht, sprach zum Thema Resilienz.

 

 

 

Resilienz bedeutet vereinfacht: die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen und nach einer Störung durch Selbstorganisation und Rückgriff auf Ressourcen wieder zum Ausgangszustand zurückzukehren.

 

 

 

Forschungen zu Überlebensstrategien von Pflanzen und zur Dynamik von  Pflanzengemeinschaften nach Extremereignissen sind angesichts des Klimawandels ein hochbrisantes Thema. Zudem bieten die Erkenntnisse aus der Natur grundlegende Einsichten über ein tragfähiges und leistungsfähiges Miteinander von Lebewesen.

 

 

 

Frau Jentsch konnte an Hand von interessanten Beispielen verdeutlichen, wie Pflanzengemeinschaften ihr Leben und Überleben besonders durch Artenreichtum, komplementäre funktionelle Eigenschaften und Wechsel in Konkurrenz-Hierarchien gestalten. So gilt für eine erfolgreiche Erholungsphase nach einer Krise: Neben den eigenen Ressourcen schnellstmöglich die Ressourcen der Gemeinschaft aktivieren! Bei Pflanzen beobachtet man an Extremstandorten einen Wechsel von Konkurrenz zu förderlicher Interaktion, manche Arten bieten anderen Arten beispielsweise Struktur, Schutz und Schatten. Auch in der Natur zu beobachten ist, dass unscheinbare Mitglieder einer Pflanzengemeinschaft herausragende Beiträge zum Ertrag bringen, wenn sich bei   überraschenden Wetterextremen manche dominanten Leistungsträger als wenig störungstolerant erweisen. Diverse Pflanzengemeinschaften sind daher langfristig leistungsfähiger, z.B. beim Erosionsschutz durch vielfältige Sproß- und Wurzelarchitektur, und sie erholen sich schneller, z.B. beim Wiederaufbau von Biomasse nach Dürren und Hitzewellen. –

 

 

 

Dies sind spannende Beobachtungen. Denn förderliche Interaktionen, diverse Gemeinschaften und begrenzte Ressourcen gibt es auch in unserer Gesellschaft überall.

 

 

 

Viele Ökosysteme sind hoch dynamisch und bewegen sich innerhalb von Grenzwerten durch verschiedene Belastungsphasen. Dies bietet Möglichkeit zu großer Toleranz, besonders wenn die Schwellenwerte für grundlegende Veränderungen hinreichend erkannt und kaum berührt werden.

 

 

 

Solche Erkenntnisse und Anregungen nahmen die Zuhörer interessiert auf, so dass es im Anschluss eine reichhaltige Diskussion gab. Franziska und Klaus Bartels bedanken sich bei der Referentin und laden für die „Montagsgespräche Thurnau”“ (Treffen jeden 1. Montag im Monat) zur nächsten Veranstaltung in die Schreinerei ein: ein Poetry-Slam zum Thema “Mit!Mensch” am Samstagabend des 2. Advent 2018.